Warum ist S.exualität so ein heißes Eisen?

Wie unsere Erziehung unser L*st beeinflusst

In einer Fortbildung für Paartherapeuten besprachen wir einen Fall, der viele von uns berührte. Es ging um Herrn Schlatz, einen Mann, der seine Frau liebte, sich Ihr aber nicht mehr öffnen konnte – vor allem nicht in der S.exualität. „Ich weiß nicht, was mit mir los ist“, sagte er damals in der Therapie. „Es fühlt sich an, als wäre da eine Blockade in mir.“

Dem Rätsel auf der Spur

Er war in einem Umfeld aufgewachsen, in dem über S.exualität nicht gesprochen wurde. Scham statt Offenheit, Schweigen statt Neugier. Seine Bedürfnisse? Unklar. Sein Körper? Ein Rätsel. Je mehr er versuchte, es zu ignorieren, desto stärker entfernte er sich von seiner Frau – und von sich selbst.

S.exualität ist mehr als Privatsache

Lange dachte Herr Schlatz, S.exualität sei etwas ganz Persönliches. Doch als wir den Fall genauer unter die Lupe nahmen wurde schnell klar das es um tiefer liegende Gefühle gingen. Er erkannte, wie sehr äußere Einflüsse seine Intimität bestimmten. Medien vermittelten Ihm, was ein „richtiger Mann“ sein sollte – stark, leistungsfähig, begehrend. Seine Erziehung ließ keinen Raum für Fragen nach L*st oder Unsicherheiten. Und dann war da diese diffuse Erwartung, dass Er einfach „funktionieren“ müsse.

All das machte Ihn unsicher. Er wusste nicht, wie Er mit seiner Frau über Nähe sprechen sollte, weil Er es nie gelernt hatte. Die Angst, nicht „genug“ zu sein, machte Ihn stumm.

Das Erbe des Schweigens

Seine Blockade war nicht nur seine eigene. Sie war ein Echo aus der Vergangenheit. Sein Vater sprach nie über Gefühle, sein Großvater hatte gelernt, S.exualität zu verschweigen. Über Generationen wurde die Botschaft weitergegeben: S.ex ist kein Thema, also gibt es nichts zu besprechen.

Doch was passiert, wenn ein Mensch sich selbst nicht mehr spürt? Wenn Er nur noch funktioniert, aber nichts mehr fühlt? Seine Ehe war der Punkt, an dem Er nicht mehr weiterkam. Zum ersten Mal begann Er, die Muster zu hinterfragen.

Einen  neuen Weg gehen

Im Verlauf der Fortbildung wurde klar wie Herrn Schlatz geholfen werden konnte. Durch Gespräche, Systemische Tools und individuelle Hausaufgaben öffnete er sich dem Prozess. Durch die vielen Erkenntnis die er dabei gewann, und mit jedem Gespräch mit seiner Frau wurde der Druck weniger. Er lernte, seine Wünsche nicht nur wahrzunehmen, sondern auch auszusprechen – unsicher, unbeholfen, aber ehrlich.

Und genau darin lag der Schlüssel: Ehrlichkeit statt Perfektion, Nähe statt Funktionieren.

 

Was Du wissen solltest!

S**ualität ist kein Tabu. Sie ist ein Ausdruck unserer tiefsten Bedürfnisse.

Doch manchmal musst Du erst lernen, wieder hinzuhören.

 

Kennst Du dieses Gefühl?

Fühlst Du Dich in Deiner Beziehung oder Deiner S.exualität blockiert? Als Paartherapeut unterstütze ich Dich dabei, diese Muster zu verstehen und neue Wege zu finden. Melde Dich gerne für ein Erstgespräch – gemeinsam finden wir heraus, was Dich bewegt und wie Du wieder in Verbindung mit Dir selbst und Deinem Partner oder Deiner Partnerin kommst.

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